{"id":43,"date":"2018-02-23T10:26:32","date_gmt":"2018-02-23T09:26:32","guid":{"rendered":"http:\/\/corpthemes.com\/wordpress\/redbiz\/?p=43"},"modified":"2019-09-27T11:29:31","modified_gmt":"2019-09-27T09:29:31","slug":"die-einfuehrung-eines-status-fuer-pflegeeltern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heyen-schmitz.be\/cms\/die-einfuehrung-eines-status-fuer-pflegeeltern\/","title":{"rendered":"Die Einf\u00fchrung eines Status f\u00fcr Pflegeeltern"},"content":{"rendered":"<p>(die neuen Artikel 387<em>quater<\/em> bis 387<em>quaterdecies<\/em> des Zivilgesetzbuches)<\/p>\n<p><em>Traditionell wurde die elterliche Autorit\u00e4t ausschlie\u00dflich von den Eltern des Kindes ausge\u00fcbt.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Gesetzgeber sieht jedoch nunmehr die M\u00f6glichkeit vor, einen Gro\u00dfteil der Attribute und Vorrechte der elterlichen Autorit\u00e4t auf die Pflegeeltern zu \u00fcbertragen.<\/em><\/p>\n<p><em>Das Grundprinzip<\/em><\/p>\n<p>Artikel 387<em>quinquies<\/em> des Zivilgesetzbuches gibt das Grundprinzip vor: \u201e<em>W\u00e4hrend des Unterbringungszeitraums \u00fcben die Pflegeeltern das Unterbringungsrecht und das Recht, alle t\u00e4glichen Entscheidungen mit Bezug auf das Kind zu treffen, aus.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Eltern behalten die Befugnis, wichtige Entscheidungen in Bezug auf die Gesundheit, Erziehung, Ausbildung, die Freizeitbesch\u00e4ftigungen und in Bezug auf die religi\u00f6sen oder philosophischen Anschauungen des Kindes zu treffen.<\/em><\/p>\n<p><em>Diese letztgenannte Befugnis kommt den Pflegeeltern jedoch in F\u00e4llen \u00e4u\u00dferster Dringlichkeit zu. In diesen F\u00e4llen teilen die Pflegeeltern den Eltern oder, wenn die Eltern nicht benachrichtigt werden k\u00f6nnen, dem f\u00fcr Pflegeelternschaft zust\u00e4ndigen Organ unverz\u00fcglich ihre Entscheidung mit<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>Im Falle der Unterbringung wird die elterliche Autorit\u00e4t demnach, au\u00dfer in F\u00e4llen \u00e4u\u00dferster Dringlichkeit, weiterhin von den Eltern ausge\u00fcbt. Diese behalten ebenfalls, au\u00dfer aufgrund von schwerwiegenden Gr\u00fcnden, das Recht auf pers\u00f6nlichen Umgang mit dem Kind (Art. 387<em>undecies<\/em> des ZGB).<\/p>\n<p><em>Vertragliche oder gerichtliche \u00dcbertragung der elterlichen Autorit\u00e4t<\/em><\/p>\n<p>Seit dem 1. September 2017, Tag des Inkrafttretens der durch das Gesetz vom 19. M\u00e4rz 2017 in das Zivilgesetzbuch eingef\u00fcgten Artikel 387<em>quater<\/em> bis 387<em>quaterdecies<\/em>, besteht jedoch die M\u00f6glichkeit von oben erw\u00e4hntem Prinzip abzuweichen.<\/p>\n<p>So erlaubt es Artikel 387<em>septies<\/em> des ZGB den Eltern und den Pflegeeltern schriftlich zu vereinbaren, dass den Pflegeeltern auch au\u00dferhalb von Dringlichkeitsf\u00e4llen, ganz oder teilweise, die Befugnis \u00fcbertragen wird, wichtige Entscheidungen in Bezug auf die Gesundheit, Erziehung, Ausbildung, die Freizeitbesch\u00e4ftigungen und in Bezug auf die religi\u00f6sen und philosophischen Anschauungen des Kindes zu treffen. Gleiches gilt f\u00fcr die Rechte und Pflichten in Bezug auf die Verwaltung des Verm\u00f6gens des Kindes.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend wird die Vereinbarung dem Familiengericht zur Homologierung vorgelegt.<\/p>\n<p>Die Rechte und Pflichten mit Bezug auf den Stand der Person des Kindes d\u00fcrfen den Pflegeeltern jedoch nicht \u00fcbertragen werden. Diese werden demnach, au\u00dfer in F\u00e4llen von \u00e4u\u00dferster Dringlichkeit, weiterhin von den Eltern ausge\u00fcbt.<\/p>\n<p>Sollten die Eltern und Pflegeeltern nicht zu einer Einigung kommen, kann eine \u00dcbertragung eines Teils der elterlichen Autorit\u00e4t auf die Pflegeeltern auch durch das Familiengericht angeordnet werden. Dies erfolgt auf Antrag der Pflegeeltern und unter der Bedingung, dass das Kind w\u00e4hrend mindestens eines Jahres vor dem Antrag st\u00e4ndig in der Familie der Pflegeeltern untergebracht war (Art. 387<em>octies <\/em>ZGB).<\/p>\n<p>Die Rechte und Pflichten in Bezug auf den Stand der Person des Kindes sind dabei erneut von einer \u00dcbertragung ausgeschlossen.<\/p>\n<p><em>Ende der \u00dcbertragung<\/em><\/p>\n<p>Die im Hinblick auf die Aus\u00fcbung der elterlichen Autorit\u00e4t \u00fcbertragenen Rechte und Pflichten enden von Rechts wegen bei der Vollj\u00e4hrigkeit des Kindes, beim Tod der Pflegeeltern, bei Tod, M\u00fcndigkeitserkl\u00e4rung oder Adoption des Kindes oder wenn die Unterbringung gem\u00e4\u00df den in Sachen Jugendhilfe und Jugendschutz anwendbaren Vorschriften beendet wird (Art. 387<em>terdecies<\/em> ZGB)<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus kann das Familiengericht auf Antrag der Eltern, der Pflegeeltern oder des Prokurators des K\u00f6nigs die \u00dcbertragung ab\u00e4ndern oder beenden (Art. 387<em>duodecies<\/em> ZGB).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Artikel 387<em>quater<\/em> bis 387<em>quaterdecies<\/em> des Zivilgesetzbuches.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gesetz zur Ab\u00e4nderung der Rechtsvorschriften im Hinblick auf die Einf\u00fchrung eines Statuts f\u00fcr Pflegeeltern, ver\u00f6ffentlicht im Belgischen Staatsblatt am 5. April 2017, S. 48369.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 JAFFERALI R. (coord.), \u00ab Chronique de l\u00e9gislation en droit priv\u00e9 (1er janvier \u2013 30 juin 2017) \u00bb, <em>J.T.<\/em>, n\u00b0 6711-6712, S. 798.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(die neuen Artikel 387quater bis 387quaterdecies des Zivilgesetzbuches) Traditionell wurde die elterliche Autorit\u00e4t ausschlie\u00dflich von den Eltern des Kindes ausge\u00fcbt. Der Gesetzgeber sieht jedoch nunmehr die M\u00f6glichkeit vor, einen Gro\u00dfteil der Attribute und Vorrechte der elterlichen Autorit\u00e4t auf die Pflegeeltern zu \u00fcbertragen. 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